ZEV, vZEV oder LEG – welches Modell passt zu dir?
Drei Wege, deinen Solarstrom direkt mit den Mietern abzurechnen – mit unterschiedlicher Reichweite, Technik und Preisregel. Hier siehst du die Modelle Seite an Seite.
Seit 2018 darfst du den Solarstrom vom eigenen Dach direkt an deine Mieter verkaufen, statt ihn günstig ins Netz einzuspeisen. Was früher auf ein einzelnes Gebäude beschränkt war, lässt sich heute über mehrere Liegenschaften bis hin zum ganzen Quartier ausweiten – je nach Modell.
Der klassische ZEV verbindet die Parteien eines Gebäudes über eine private Leitung. Der virtuelle ZEV (vZEV) kommt seit 2025 ohne neue Leitung aus und teilt den Strom rechnerisch übers öffentliche Netz zu. Die Lokale Elektrizitätsgemeinschaft (LEG) geht ab 2026 noch weiter und öffnet das Stromteilen für die ganze Gemeinde.
Die wichtigsten Unterschiede betreffen Reichweite, Netznutzung und vor allem die Preisregel: Bei ZEV und vZEV ist der Solartarif gesetzlich gedeckelt, in der LEG wird er frei verhandelt. Die folgende Tabelle stellt alles gegenüber.
| Merkmal | ZEV Zusammenschluss zum Eigenverbrauch | vZEV Virtueller Zusammenschluss zum Eigenverbrauch | LEG Lokale Elektrizitätsgemeinschaft |
|---|---|---|---|
| Verfügbar seit | 2018 | 1. Januar 2025 | 1. Januar 2026 |
| Reichweite / Gebäude | Ein Gebäude bzw. Grundstück mit gemeinsamem Anschluss | Mehrere Gebäude, je eigener Anschluss | Ganze Gemeinde bzw. Netzgebiet |
| Strom fliesst über | Private interne Leitung | Öffentliches Netz, virtuell zugeteilt | Öffentliches Verteilnetz |
| Netznutzung / Netzrabatt | Interne Leitung – intern keine Netznutzung | Volle Netznutzung | Netzrabatt 40 % (Netzebene 7) bzw. 20 % (Netzebene 5) |
| Solartarif / Preisregel | Max. 80 % des externen Tarifs (Art. 16b EnV) | Max. 80 % des externen Tarifs (Art. 16b EnV) | Frei verhandelbar – kein 80-%-Deckel |
| Teilnahme der Mieter | Freiwillig (Art. 17 EnG) | Freiwillig (Art. 17 EnG) | Freiwillig |
| Messung | Einfache Zählung möglich | 15-Min-Lastgang / Smart Meter | 15-Min-Lastgang / Smart Meter |
| Ideal für | Einzelnes Mehrfamilienhaus | Mehrere Liegenschaften / Areal | Quartier / Gemeinde |
Angaben zur Orientierung, keine Rechtsberatung. Der 80-%-Deckel (Pauschalmethode, Art. 16b Abs. 2 EnV) gilt nur für den selbst produzierten Solarstrom; der Netz-Reststrom wird separat zu den tatsächlichen Kosten verrechnet (Art. 16a EnV). Die Teilnahme der Mieter ist freiwillig (Art. 17 EnG).
Welches Modell für wen?
Der ZEV ist die erste Wahl für ein einzelnes Mehrfamilienhaus mit eigenem Dach und gemeinsamem Anschluss – einfach, bewährt und mit gesetzlich geschütztem Mietertarif.
Mehr erfahrenDer vZEV passt, wenn du mehrere Gebäude oder eine ganze Überbauung mit je eigenem Anschluss zusammenfassen willst, ohne neue Leitungen zu bauen.
Mehr erfahrenDie LEG lohnt sich, wenn Strom über das eigene Grundstück hinaus im Quartier oder in der Gemeinde geteilt werden soll – mit Netzrabatt und frei verhandelten Preisen.
Mehr erfahrenHäufige Fragen zum Modellvergleich
Was ist der Unterschied zwischen ZEV und vZEV?
Beim klassischen ZEV fliesst der Strom über eine private interne Leitung und braucht einen gemeinsamen Anschluss. Beim vZEV (seit 1.1.2025) behält jedes Gebäude seinen eigenen Anschluss; der Strom fliesst übers öffentliche Netz und wird nur rechnerisch über die 15-Minuten-Daten zugeteilt. Die Tarifregeln (Art. 16b EnV) sind in beiden Fällen identisch.
Was unterscheidet die LEG vom ZEV und vZEV?
Der (v)ZEV ist eine geschlossene Gruppe – meist ein Eigentümer mit seinen Mietern – und der Solartarif ist auf 80 % des externen Tarifs gedeckelt. Die LEG (ab 1.1.2026) ist eine offene Gemeinschaft über die ganze Gemeinde mit frei verhandelbaren Preisen und einem Netzrabatt von 40 % bzw. 20 %.
Wann lohnt sich eine LEG?
Wenn du Strom über das eigene Gebäude hinaus teilen möchtest – etwa zwischen mehreren Eigentümern im Quartier oder mit Nachbarn in derselben Gemeinde. Der Netzrabatt senkt die Kosten des lokal geteilten Stroms, dafür müssen die Preise unter den Teilnehmenden vereinbart werden.
Gilt der 80-%-Höchstpreis bei allen drei Modellen?
Nein. Der Deckel von 80 % des externen Standardprodukts (Art. 16b Abs. 2 EnV) gilt nur bei ZEV und vZEV – und auch dort nur für den selbst produzierten Solarstrom. In der LEG werden die Preise frei verhandelt; der 80-%-Deckel gilt dort nicht.
Brauche ich Smart Meter?
Für vZEV und LEG ja: Beide teilen den Strom rechnerisch über 15-Minuten-Lastgänge, das setzt Smart Meter voraus. Beim klassischen ZEV reicht oft eine einfache Zählung hinter dem gemeinsamen Anschluss.
Kann ich später vom ZEV zur LEG wechseln?
Grundsätzlich ja – die Modelle schliessen sich nicht für immer aus. SchäferStrom unterstützt heute die ZEV- und vZEV-Abrechnung und wächst mit der Regulierung mit, sodass du beim Wechsel nicht von vorne beginnst.
Modell gewählt? Den Rest erledigt SchäferStrom
Egal ob ZEV oder vZEV – SchäferStrom erstellt für jede Wohnung die rechtskonforme Stromabrechnung mit Schweizer QR-Rechnung, inklusive 80-%-Prüfung. Starte kostenlos oder berechne zuerst deinen zulässigen Solartarif.